Ins Blaue und Im Grünen (bis 4. November)

Malerei und Zeichnungen
5. Mai 2017 19:00 Uhr bis 4. November 2017 18:00 Uhr

Die Düsseldorfer Künstler Katrin Roeber, Jörg-Thomas Alvermann und Ulrich Fürneisen setzen sich seit Jahren mit dem Thema der Landschaftsmalerei und -zeichnung auseinander. Die Ausstellung geht der Frage nach, welche Bezugsebenen zeitgenössische Künstler zu diesem Thema entdecken und welche Wege sie gehen, um zu ihren Bildfindungen zu gelangen. Ihre Vorgehensweisen sind jedoch denkbar verschieden. Sie nähern sich auf sehr unterschiedliche Weise der Natur an und machen in ihrem Werk deutlich, dass es mit einfachen Gegensatzpaaren etwa von Natur vs. Kultur nicht getan ist.

 

Ulrich Fürneisen geht vielleicht den direktesten Weg in die Natur hinein, denn er fertigt seine großformatigen Bleistiftzeichnungen an einem Altarm des Rheins in Süddeutschland an; inmitten einer Landschaft, die den Menschen wenig Zugang gewährt. Wochen-, gar monatelanges Zeichnen an einem Blatt führen ihn in ein anderes Zeiterleben. In gewisser Weise entsteht auf seinen Arbeiten das Gegenteil eines fotografischen Momentes, den er als „abgehackt“ bezeichnet. Während er draußen an einem Blatt arbeitet, verändert sich alles: Licht und Raum, das Wetter, der gesamte Zustand der Natur. Die Bilder, die so entstehen, sind Membranen, denn sie werden durch den langwierigen Fertigungsprozess auch zu Innenbildern des Künstlers und sind keine naturalistischen Wiedergaben des Gesehenen.

 

Für Jörg-Thomas Alvermann steht die Atelierarbeit im Zentrum seiner Tätigkeit. Fotos, die er aufnimmt, z. B. im Wald oder an der See, geben ihm Anhaltspunkte für die Strukturen, die später auf den Bildern entstehen. Neben der Auswahl von Meerbildern, die hier zu sehen sind, verarbeitet Alvermann auch andere landschaftsbezogene Themen. Bei seiner malerischen Vorgehensweise läßt er dem Zufall eine eigene Rolle zukommen. Farben werden geschüttet und auf der schräg gestellten Leinwand entstehen Farbbahnen, die er mit Kalkül gewähren lässt oder stoppt. Dadurch entsteht selbst ein Stück kontrollierte „Natur“. So ist der Zauber seiner Bilder bedingt durch die Wechselwirkung der landschaftlichen Motive und des malerisch „natürlichen“ Prozesses ihrer Herstellung.

 

Katrin Roeber skizziert unter freiem Himmel und verwendet die angefertigten Blätter als Grundlage für Bilder, die in ihrem Atelier entstehen. Verglichen mit jemandem, der sich flüchtig auf ein Naturerleben einlässt, verschieben sich bei Roeber durch die intensive Naturbeobachtung Aspekte der Wahrnehmung. Die Farben verstärken sich, die Tiefenstaffelung der Motive bekommen eine zentrale Rolle. Roeber erfindet auf der Leinwand das vor Ort erlebte Bild neu. Dazu benutzt und mischt sie verschiedenste Maltechniken und -mittel. Acryl-, Gouache- und Ölfarbe, auch Ölkreide sind bisweilen bei ihr auf einem Bild zu entdecken. Sie beobachtet genau, nimmt aber auch den mythischen Aspekt ihrer Motive wahr. Eine Quelle, eine Wurzel sind bei ihr geheimnisvoll belebt, wie in vorgeschichtlicher Zeit, als in jeder Quelle eine Nymphe wohnte und die Bäume eigene Namen trugen.

 

Allen drei Künstlern gemein ist, dass sie versuchen, die sichtbare Realität der Natur, in die sie sich hineinbegeben, mit ihrer inneren Realität zu verweben – oder von den aufgesuchten Energiefeldern verweben zu lassen. Natur und Kultur sind für den Menschen ebenso untrennbar wie unentrinnbar.

 
Eintritt frei


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