Myriam Resch - Malerei (bis 16. Juni)

16. März 2018 19:00 Uhr bis 16. Juni 2018 18:00 Uhr

Fotos ►

Fenster sind das zentrale Thema dieser Künstlerin. Sie vermitteln zwischen dem Innen und Außen eines Bauwerks und das hindurchgelassene Licht ist die entscheidende Verbindung, die getrennte Strukturen miteinander in Relation setzt. So verwundert es nicht, dass Resch sich in einigen Bildern ganz dem Fensterthema widmet und diese zu luziden und meditativen Kraftfeldern werden lässt. Diese Ausstellung umfasst zwei thematische Bereiche, die sich sowohl inhaltlich als auch in ihrer malerischen Vorgehensweise voneinander unterscheiden: Einerseits Nahansichten von Fassaden einer zumeist postmodernen Urbanität und andererseits Arbeiten der in den letzten Jahren zu uns geflüchteten Menschen.

 

Die oft großformatigen, geduldig erarbeiteten Nahansichten von Fassaden des Städtischen werden mit Hilfe von Fotos und Modellen vorbereitet. Viele Bilder geraten bei dieser Vorgehensweise zum Paradox. Denn die Künstlerin widmet sich mit der ihr eigenen Genauigkeit auch spontanen Veränderungen in der gebauten Umwelt. So gehören vielfach übermalte Graffitis an Hauswänden oder demolierte Fensterscheiben zu ihren bevorzugten Motiven. Was oder wo andere „mal eben hinschauen“ erfährt durch ihre Arbeit eine Umwertung und damit eine neue Reflexionsebene. Dem Betrachter wird der Raum gegeben, sich auf eine Situation einzulassen, auf die er beim Vorbeihasten an einer U-Bahn-Haltestelle zum Beispiel, niemals eingehen würde. Kollektive gesellschaftliche Befindlichkeiten schwingen untergründig in ihren Bildern mit.

 

In der zweiten Bildgruppe, Arbeiten im Format 24 x 30 cm, widmet sich Myriam Resch unmittelbarer und ohne artifizielle Zwischenschritte der Problematik, der in den letzten Jahren zu uns geflüchteten Menschen. In ihrem Malgestus wirken die Bilder unruhig und beunruhigend. Resch setzt sie mit globalen Katastrophen unter dem Namen „Desaster-Serie“ in Zusammenhang. Es sind Bilder von Auflösung, Flucht, Zerstörung und Unbehaustheit. Das „Nicht-Ankommen-Dürfen“ der Geflüchteten wird in ihren Bildern besonders deutlich, da typische Bildelemente Reschs nicht mehr vorhanden sind. Wenn Gebäudefassaden fehlen oder zerstört sind, dann fehlt eben auch eine lebenserhaltende Struktur; wenn die Hauswand durch eine Turnhallenwand ersetzt wird, fehlen die Fenster und somit die Perspektive.

 

Myriam Resch, geboren 1973 in Karlsruhe studierte zwischen 1992 und 2000 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Irmin Kamp und Prof. Jan Dibbets, dessen Meisterschülerin sie 1998 wurde. Im Jahr 2002 erhielt sie den Förderpreis für bildende Kunst der Landeshauptstadt Düsseldorf und hatte 2013/2014 einen Lehrauftrag für Malerei an der Universität Duisburg-Essen. Myriam Resch lebt und arbeitet in Düsseldorf.


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