Maxhaus und Maxkirche – ein historischer Ort

Mitten im quirligsten Teil Düsseldorfs, der Altstadt, liegt das Maxhaus.

„Es ist das Zentrum der katholischen Kirche. Dort sind die Türen offen für alle Menschen, die hereinkommen wollen, für eine Pause bei ihrem Einkaufsbummel, auf dem Nachhauseweg nach der Arbeit, in der Sightseeingtour quer durch Düsseldorf… Vielleicht haben sie sich auch anlocken lassen von einer Kunstausstellung, einem Konzert im Klosterhof oder dem Bistro im lichtdurchfluteten Innenhof. Das Maxhaus ist ein Haus Gottes, ein ehemaliges Franziskanerkloster, in dessen Wandelgängen die Menschen noch heute das Gebet von Jahrhunderten spüren. Menschen kommen hier mit Gott und der Welt ins Gespräch und entdecken oft den ein oder anderen Lichtpunkt für das eigene Leben.“

Dr. Peter Krawczack – Leiter des Maxhaues

Geschichte

Vier Jahrhunderte an einem heiligen Ort

Heute ist das Maxhaus ein offenes und modernes Haus der katholischen Kirche mit einem vielfältigen und inspirierenden Programm. Doch was war vorher an diesem Ort? Was ist der Hintergrund dieses Gebäudes? Hier stellen wir Ihnen die Geschichte des Maxhauses und der benachbarten Maxkirche vor.

1661
Ansiedlung des Franziskanerordens und Bau eines ersten Klosters

Nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges fördert Herzog Wolfgang Wilhelm die Ansiedlung von Franziskanern auf der damals noch unbewohnten Citadelle, dem heutigen Standort des Maxhauses. Im Jahr 1661 wird ein erster kleiner Klosterbau fertig gestellt. Als 1666 zum letzten Mal eine Pestepidemie ausbricht, beteiligen sich die Franziskaner bereits an der Pflege der Kranken. Die erste Kirche neben dem Kloster wird 1668, noch im spätgotischen Stil, vollendet. Die Franziskaner eröffnen 1673 eine theologische Lehranstalt im Klosterbereich, 1695 kommt eine Laienschule hinzu, praktisch die Vorläuferin der heutigen Maxschule.

1661
1685
Besiedelung der Citadelle

Ab 1685 treibt der berühmte Kurfürst Jan Wellem – selber ein großer Freund der Franziskaner und Gottesdienst­besucher ihrer Kirche – die Besiedelung der Citadelle durch großzügige Privilegien voran. Dabei entwickelt sich die heutige Citadellstraße zum Wohnort des Bürgertums, während auf der Schulstraße Adelshöfe entstehen. Die Franziskaner widmen sich bei gewachsener Bevölkerung weiterhin ihren angestammten Aufgaben
der Armenfürsorge, der Krankenpflege, der Unterweisung sowie des Predigens in musikalisch-festlicher Liturgie.

1685
1700
Klosterrenovierung und Erweiterung

Um das Jahr 1700 erweisen sich die Kirche und das Kloster als zu klein für den Andrang der mittlerweile stark gewachsenen Düsseldorfer Bevölkerung, zudem sind die Gebäude bereits baufällig. Daher werden ein Kirchenneubau und eine Klosterrenovierung geplant. Die erste Messe in der heutigen Kirche wird 1737 gefeiert. Wie die alte Kirche wird der Kirchenneubau dem hl. Antonius von Padua geweiht. Die Klosterrenovierung und -erweiterung wird 1743 abgeschlossen. Das neue Kloster bietet 36 Franziskanern Platz. Es beherbergt auch eine Sakristei, eine Krankenstation und ein Brauhaus.

1700
1804
Auswirkungen der Säkularisation

Die Säkularisation verändert 1804 auch die Düsseldorfer Kirchenlandschaft völlig. Offensichtliche Grundstücks­spekulanten propagieren den Abriss von Kirche und Kloster, was dank eines Proteststurms Düsseldorfer Bürger unterbleibt. Dennoch müssen die Franziskaner die Citadelle verlassen, denn die Orden werden aufgelöst. Die Mönche finden als Pfarrer verschiedener Düsseldorfer Kirchen oder als Lehrer neue Betätigungsfelder. Im Jahr 1805 erteilt Papst Pius VII. die Vollmacht zur Errichtung der heutigen Pfarrei St. Maximilian – die neue Namenswahl orientiert sich am Namenspatron des Kurfürsten Maximilian Joseph. Im gleichen Jahr wird im ehemaligen Klostergebäude ein Lyzeum untergebracht. Das einstige Refektorium der Mönche, der bis heute im Maxhaus existierende Antoniussaal, avanciert zum Turnsaal. In der Kirche St. Maximilian wird die festliche Kirchenmusik weitergepflegt. Hier wirken zeitweise Felix Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann. Vor über 130 Jahren gründete sich der renommierte Maxchor, der heute zu den größten katholischen Kirchenchören Deutschlands zählt.

1804
1807
Schulbesuch von Heinrich Heine

Von 1807 bis 1814 besucht Heinrich Heine diese Schule. Seine Erinnerungen an diese Zeit berichtet er im Buch Le Grand. Im Klostergebäude finden nun neben Pfarr- und Schulein­richtungen auch Wohnungen Platz. Franz Grashof, der „Vater des modernen deutschen Ingenieurwesens“, wird hier am 11.7.1826 geboren. Auch Gefängnispfarrer Friedrich Gerst, als Düsseldorfer Original „Pastor Jääsch“ bekannt und berühmt geworden, wohnt lange Zeit im ehemaligen Klostergebäude.

1807
1939
Zweiter Weltkrieg

Die Bombardements des zweiten Weltkriegs setzen Kirche und Klostergebäude zu. Pfarrer, Küster und tatkräftige Gemeindemitglieder können aber ein Niederbrennen verhindern. Die Maxgemeinde kann ihre Gebäude wie zuvor nutzen.

1939
1999
Umbau zum heutigen Maxhaus

Ab 1999 laufen Planungen, aus dem ehemaligen Klostergebäude ein neues katholisches Stadthaus zu entwickeln. Die Umbaumaßnahmen dauern länger als erwartet, da überraschende archäologische Funde den Baufortgang verzögern: Es werden beispielsweise alte Grundmauern wiederentdeckt, Gebeine der vor Jahrhunderten auf dem Klostergelände bestatteten Franziskaner müssen geborgen und
würdig beigesetzt werden und der Antoniussaal darf für längere Zeit gar nicht betreten werden – hier gehen Denkmalpfleger ein und aus. Am 22.9.2006 wird das Maxhaus von Kardinal Joachim Meisner eingeweiht.

1999
Heute
Maxhaus – Katholisches Stadthaus in Düsseldorf

Heute ist das Maxhaus ein faszinierender Ort im Herzen Düsseldorfs mit moderner Architektur unseres Jahrhunderts. Sein vielschichtiges Programm umfasst Angebote aus den Bereichen Kultur, Glaube und Gastronomie. Neben einer historischen Dauerausstellung finden monatlich historische Führungen durch das Maxhaus statt.

Heute

Konzept

Fünf Säulen einer Idee

Das Maxhaus lebt von der Verbindung dreier Welten. Glaube, Kultur und Gastronomie bilden zusammen einen Raum, in dem Menschen sich begegnen, wachsen und bereichern können.

Kultur- und Begegnungsforum der Kirche in der City

Das Maxhaus ist ein lebendiger, offener Treffpunkt im Herzen der Stadt, der jährlich über 65.000 Menschen begeistert. Tagsüber lädt das exzellente Bistro-Café im historischen Klosterhof zum Verweilen ein. Auf Entdeckungstour gehen Sie im Untergeschoss bei den historischen Ausgrabungen, während die Galerie Raum für wechselnde Kunstausstellungen und stille Gebete bietet. Im Foyer erwarten Sie aktuelle Tageszeitungen und ausgewählte Geschenkideen. Das Herzstück unserer Willkommenskultur sind über 40 engagierte Ehrenamtliche, die dem Maxhaus sein einladendes Gesicht geben.

Verbindungen zwischen Kirche und Stadtkultur

Wir schaffen Verbindungen zwischen der katholischen Kirche und der zeitgenössischen Stadtkultur. Unsere Konzerte, Lesungen, spirituellen Angebote und Kunstausstellungen bringen die christliche Glaubens-Botschaft und moderne Kultur auf vielfältige Weise miteinander in Berührung – oft auch in einen spannungsvollen, fruchtbaren Dialog. Dafür arbeiten wir mit einer großen Bandbreite an Künstler:innen und Künstlern zusammen.

Denkraum für Gesellschaft und Perspektive

Aktuelle gesellschaftliche und stadtweite Debatten verfolgen wir aufmerksam und setzen auf Basis unserer Werte eigene Impulse. In Vorträgen und Podiumsdiskussionen bieten wir Raum für Gespräche und Gedankenanstöße profilierter Referenten, die die Debatten mit neuen Perspektiven bereichern.

Nährboden für Wege erwachsenen Glaubens

Wir eröffnen Räume für eine spirituelle Suche und wollen das Maxhaus als Erfahrungsort des Glaubens anbieten. Als Ort an dem Leben geteilt, Glauben bezeugt und das Evangelium weitergegeben wird. Neben bewährten Spirituellen Angebotsformaten werden auch immer wieder neue Impulse und spirituelle Formen ausprobiert, um den Boden für eine persönliche Beziehung zum lebendigen Gott zu bereiten.

Zentrum der Katholischen Kirche in der Stadt

Das Maxhaus ist ein zentraler Knotenpunkt des kirchlichen Lebens in Düsseldorf. Hier befindet sich auch der Sitz des Katholischen Gemeindeverbandes und des Stadtdechanten. Das Maxhaus steht in aktivem Austausch mit Kirchengemeinden und Einrichtungen der christlichen Kirchen, mit Bildungseinrichtungen, Trägern sozial-caritativer Dienste und der kommunalen Verwaltung. Wir informieren, vermitteln Kontakte und unterstützen die Vernetzung verschiedener Einrichtungen miteinander. Das Maxhaus ist eingebunden in die bestehenden und entstehenden Initiativen einer zeitgemäßen Pastoral des Stadtdekanates Düsseldorf.

Team

Die Gesichter des Maxhauses

Engagierte Mitarbeiter*innen prägen den Alltag des Maxhaus

Besuchen

Führungen im und um das Maxhaus herum

Entdecken Sie die Räume und Geschichten, die das Maxhaus prägen. Unsere Führungen zeigen, wie Glaube, Kultur und Gastronomie hier zusammenleben.

Öffentliche Führungen

Einmal im Monat an einem Samstag bietet das Maxhaus eine öffentliche Führung an. Hier lernen Sie die wechselhafte Geschichte des Maxhauses kennen.

Exklusive Gruppenführung

Für Gruppen bis 15 Personen bieten wir geführte Touren mit Maxhaus-Gästeführer:in an. Erleben Sie verschiedene Aspekte der Orts- und Stadtgeschichte in ausgewählten Rundgängen.